Home Projekte Beendete Projekte Validierung von Radarniederschlagsdaten zum Einsatz in Entscheidungshilfen im Pflanzenschutz
Validierung von Radarniederschlagsdaten zum Einsatz in Entscheidungshilfen im Pflanzenschutz

 

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens:

 

 

Da die bisherigen Prognoseberechnungen der ZEPP immer nur für den Geltungsbereich einer „realen Wetterstation“ möglichen waren, wurden im Projekt Landwirtschaftliche Schaderregerprognosen mit Hilfe von Geographischen Informationssystemen (GIS)Interpolationsverfahren zur flächendeckenden Berechnung der Parameter Temperatur und Luftfeuchte entwickelt. Diese Verfahren können allerdings für eine Berechnung der Niederschlagsverteilung nicht angewandt werden, da diese im Zuge von häufigen konvektiven Niederschlagsereignissen nicht interpolierbar ist. Eine Möglichkeit zur flächendeckenden Integration von Niederschlagswerten und damit zur schlagspezifischen Prognoseberechnung bieten die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) aufgezeichneten deutschlandweiten Radarniederschlagsdaten.

Diese liegen in einer hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung für Deutschland flächendeckend im Raster von 1 km² vor. Eine Integration dieser Werte hätte den Vorteil, dass eine exakte räumliche Verteilung konvektiver Niederschlagszellen in die Modelle integriert werden kann. Bisher gehen diese Zellen im Falle einer Lage zwischen zweier Wetterstationen häufig verloren, denn bei Bodensammlern ist die repräsentative Aufstellung zwar bekannt, sie bleibt allerdings bei konvektiven Zellsystemen bezogen auf die Niederschlagsfeldstruktur oft zufällig, da die Repräsentanz durch die kleinräumige Starkregenstruktur und weniger durch die allgemeine Netzdichte bestimmt wird.

 

Arbeitsschritte:

Die Validierung der Niederschlagsdaten soll im Rahmen von ausgewählten Validierungsgebieten durchgeführt werden.Wie angesprochen erfassen die bundesweiten Radarniederschlagsmessungen für jeden km² in Deutschland einen Niederschlagswert,so dass deutschlandweit flächendeckende Niederschlagsangaben vorliegen. Für dieses Verfahren nutzt der DWD ein über Deutschland liegendes Gitternetz, welches dieses 1x1 km Raster abbildet und jedem km² deutschlandweit einen Niederschlagswert zuordnet. Zur Verifizierung der Radardaten soll das vom DWD verwendete Gitternetz mit dem Netz der landeseigenen Wetterstationen zusammengebracht werden, so dass es möglich ist, jedem Messwert der Wetterstationen einen räumlich identischen Radarmesswert zuzuordnen. Diese Paare bilden die Grundlage für den Vergleich der Niederschlagswerte und der Verifizierung der Radardaten, welche mittels statistischen Auswertungen durchgeführt werden soll. Zusätzlich ist an Modellen der ZEPP zu prüfen, wie sich die Berechnungsergebnisse der Modelle bei Eingabe beider Niederschlagsmesswerte zueinander verhalten. So ist zum Beispiel die Blattnässe, welche in einige Modelle eingeht, mit beiden Verfahren zu berechnen und diese Ergebnisse zu vergleichen. Des Weiteren soll der Einfluss anderer Faktoren, wie zum Beispiel der Entfernung zum Radarstandort untersucht werden.

Ausblick:

Bei einer hohen Übereinstimmung der Messergebnisse sollen die Radardaten zukünftig in der Prognoseberechnung verwendet werden und somit einen schlagspezifischen Niederschlagswert bei der Schaderregerprognose berücksichtigen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. Mai 2011 um 09:41 Uhr