Praxisrelevante Prognosemodelle für landwirtschaftliche Schaderreger benutzen als Eingabegröße für ihre Berechnungen in erster Linie Informationen über das Wetter, da dieses für die Entwicklung der meisten Schaderreger maßgeblich ist. Zusätzliche Schlagdaten können in vielen Fällen die Qualität der Prognose verbessern, müssen dazu aber in digitaler Form verfügbar sein. Je genauer und detaillierter die Eingangsdaten sind, desto spezifischer kann auch das Prognoseergebnis für den einzelnen Schlag sein. Hochaufgelöste Wetterdaten beispielsweise ermöglichen verlässliche schlagspezifische Prognosen, Topografie und Bodendaten lassen sich für teilschlagspezifische Empfehlungen nutzen. Die zur Nutzung der Daten nötige Infrastruktur wird im Projekt iGreen entwickelt.

Als Beispiel für die Nutzungsmöglichkeiten der neuen Daten wird in diesem Anwendungsszenario die räumliche Verteilung von Halmbasiserkrankungen innerhalb von Winterweizenschlägen untersucht, um daraus teilschlagspezifische Prognosen ableiten zu können. Untersucht werden der parasitäre Halmbruch (Pseudocercosporella herpotrichoides), der scharfe Augenfleck (Rhizoctonia cerealis) und die Halmverbräunung durch Fusarium-Arten.

 

Die zur Analyse erforderlichen Geodaten werden aufgrund ihrer Herkunft unterschieden in

Öffentliche Daten: Temperatur, Luftfeuchte, Radarniederschlag, Geodaten zu Topografie, Bodeneigenschaften und Wasser-verfügbarkeit

und

Private Daten: Ertrags- und Biomassekarten, Ackerschlagdatei, zusätzliche Bodendaten, z.B. aus Bodenleitfähigkeits-kartierungen

 

Die Befallsverteilungen der Krankheiten innerhalb der einzelnen Schläge werden in einem ersten Schritt u.a. mit Methoden der Geostatistik analysiert, um Empfehlungen zur optimalen Befallserhebung abgeben zu können. Im zweiten Schritt werden die Krankheitsverteilungen mit den neu verfügbaren Geodaten verglichen, um zu prüfen ob zusätzliche Einflüsse der verschiedenen Faktoren erkennbar sind, die dann in die bestehenden Prognosemodelle integriert werden können. In einem dritten Schritt soll dann auf Basis von hoch aufgelösten Daten eine Berechnung auf Teilschlagebene erfolgen, so dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nur für die wirklich behandlungswürdigen Teile der Flächen empfohlen wird.

 

Für den Landwirt sollen folgende Empfehlungen gegeben  werden:

  1. „Wann, Wie und Wo muss ich auf (Erst-)befall kontrollieren um mit wenigen Stichproben ein realistisches Ergebnis zu bekommen?“
  2. „Welche (Teil-)Flächen müssen behandelt werden?“

Um die Umsetzung der teilschlagspezifischen Behandlungsempfehlung für den Landwirt zu erleichtern, sollen die Ergebnisse in den Applikationsassistenten Pflanzenschutz integriert werden. Die resultierenden Applikationskarten im herstellerunabhängigen ISO-XML-Format können direkt auf die Maschine geladen und automatisch GPS-gesteuert abgearbeitet werden.


Laufzeit:
01.09.2009 - 31.12.2012
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Ansprechpartner: Gerald Johann to Büren
Links:

iGreen