Fill

OPTIREG

Laufzeit:

01.11.2017 - 31.10.2020

Projektleitung:

Prof. Dr. Joachim Kakau

Ansprechpartner:

Juliane Schmitt


Entwicklung einer Online-Entscheidungshilfe für die Berechnung der notwendigen Aufwandmenge von Wachstumreglern in Wintergetreide

SaatmaschineBlock 3 erste AussaatBBCH 12 eine Reihe

Bilder von links nach rechts: (1) Parzellensämaschine, (2) gesäte Parzellen, (3) Halbfreilandversuch
Quelle: K. Baumgarten, ZEPP

 

Zielsetzung und Hintergrund

Da die Applikation von Wachstumsreglern eine wichtige Pflanzenschutzmaßnahme darstellt und für die Aufwandmengenbemessung bisher nur Standardempfehlungen zur Verfügung stehen, soll zukünftig ein internetbasiertes Entscheidungshilfesystem (EHS) dazu beitragen, dass Aufwandmengenentscheidungen objektiviert und optimiert werden können.
Wachstumsregler kommen zum Einsatz, um Lager zu verhindern, da Lagergetreide zu reduzierter Ertragsmenge, sowie schlechterer Qualität des Erntegutes führt. Durch Wachstumsregler wird der Hormonhaushalt der Pflanzen beeinflusst, was zu Einkürzung und Stabilisierung der Halme führt. Infolgedessen kann das Risiko für das Auftreten von Lagergetreide reduziert werden.
Allerdings gilt hier, die richtige Aufwandmenge zu ermitteln, da eine zu hohe Halmeinkürzung durch zu starken Eingriff ebenfalls mit Ertragsverlust einhergehen kann. Andererseits führt eine zu geringe Aufwandmenge zu erhöhtem Risiko für Lager. Die Aufwandmengenbestimmung ist also eine Gratwanderung zwischen Ertragsreduktion durch zu starke Einkürzung und erhöhtem Risiko für Lager durch zu geringe Einkürzung.

In diesem Projekt soll ein witterungs- und standortbasiertes EHS entwickelt werden, auf dessen Basis die Aufwandmenge von Wachstumsreglern in Wintergetreide situativ empfohlen werden kann, um den potentiellen Ertragsverlust durch zu starke oder zu geringe Getreideeinkürzung zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt gibt es kein Modell, welches den Einfluss äußerer Faktoren wie Standort- und Sorteneigenschaften, sowie Witterungsbedingungen, Bestandesdichte und Stickstoffdüngung auf die Wirkung von Wachstumsreglern berücksichtigt. Zudem ist die Wechselwirkung der Faktoren untereinander nicht genau erforscht.
Mit dem EHS soll es möglich werden, zum jeweiligen Termin unter Berücksichtigung der oben genannten Einflussfaktoren, die optimierte Aufwandmenge für Wachstumsregler zu berechnen. Dadurch bietet sich den Landwirten die Möglichkeit, sowohl die optimale Ertragsmenge zu erzielen, als auch gleichzeitig die Wachstumsregler in möglichst umwelt- und ressourcenschonender Menge anzuwenden.
Die prinzipielle Funktionalität eines solchen EHS wurde 2015 prototypisch mit Daten (von 2009 – 2013) der Pflanzenschutzdienste schon erfolgreich getestet. Somit bieten die bis jetzt vorliegenden Modelle eine gute Grundlage für die Entwicklung eines EHS. Neben den Einflussfaktoren: Lagernei­gung der Sorte, Aussaattermin, Bodenart, Temperatur, Globalstrahlung, Bodenfeuch­tig­keit und Vegetationsbeginn sollen in eigenen Feld- und Halbfreilandversuchen auch der Einfluss von Stickstoffdüngung, Bestandesdichte, Sortenreaktion und Aufwandmenge getestet und anschließend in die Entwicklung des EHS mit einbezogen werden. Um eine Abdeckung von Ergebnissen verschiedener Bodenarten und Klimabedingungen zu erreichen, werden die Halbfreiland- und Feldversuche sowohl in Osnabrück als auch in Bad Kreuznach angelegt und deren Daten ausgewertet.

 

Aktuelles (Stand: 30.10.2018)

Im ersten Jahr des Projektes konnten die geplanten Versuche wie vorgesehen durchgeführt werden. In der Anbausaison 2017/2018 wurden in den Landessortenversuchen verschiedener Bundesländer Höhenmessungen durchgeführt, sowie im eigenen Feldversuch in Bad Kreuznach und Osnabrück Daten zur Halmlänge, Halmwanddicke/-durchmesser und Ertragsparametern erhoben.
Zudem konnte ein erstes Konzept für die Onlineentscheidungshilfe auf Basis der zuvor durchgeführten Arbeiten erstellt und anschließend bei der 61. Deutschen Pflanzenschutztagung in Hohenheim in Form eines Posters präsentiert werden (Abb.4). Hier konnten ebenfalls schon erste Tendenzen der Ergebnisse vorgestellt werden.

Projektvorstellung OPTIREG JKI 270818

Abb. 4: Präsentation des Projektkonzeptes und Vorstellung erster Ergebnisse des ersten Versuchsjahres 2017/2018 auf der 61. Deutschen Pflanzenschutztagung in Hohenheim im September 2018

 

Die erhobenen Daten der Versuche werden derzeit ausgewertet und Mithilfe von statistischen Berechnungen wird der mögliche Einfluss der einzelnen Parameter auf die Wachstumreglerwirkung überprüft. Dabei werden derzeit hauptsächlich die Daten der beiden Topf- und Feldversuche aus Osnabrück und Bad Kreuznach ausgewertet. Die Daten der Landessortenversuche und die Daten aus den Wachstumsreglerversuchen der Pflanzenschutzdienste werden in einer Datenbank gesammelt und sollen später auch bei der Modellentwicklung miteinfließen.
Im Verlauf der Anbausaison 2018/2019 werden die Behandlungen der Pflanzen noch einmal genauso durchgeführt wie dieses Jahr, um die Validität der Ergebnisse zu sichern. Zudem wurden die Versuche noch einmal genauso angelegt wie im Vorjahr. Die erste Aussaat des Feldversuches erfolgte Anfang Oktober und diese Woche soll der zweite Termin ausgesät werden. Die Anlage des Topfversuches erfolgte Mitte Oktober.


Im Gegensatz zu den Weizenpflanzen im Feld leiden die Topfpflanzen nicht unter dem fehlenden Niederschlag, da die Pflanzen regelmäßig bewässert werden, und haben daher schon zum jetzigen Zeitpunkt alle BBCH 11 erreicht.
Der Feldaufgang verläuft schleppender, allerdings sind hier die Pflanzen auch in BBCH 11.

 

    20180626 154202 IMG 20180529 WA0004 2

Bilder von links nach rechts: (1) Längenmessungen der Pflanzen aus dem Freilandversuch Bad Kreuznach, (2) Halbfreilandversuch Bad Kreuznach zu BBCH 75, (3) Halmwanddurchmesserbestimmung; Quelle: K. Baumgarten, ZEPP

 

Förderer:

 Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

 Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

 Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (PTBLE)

Projektpartner:

Hochschule Osnabrück
Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP e.V.)
ZEPP

      

 Gefördert durchLogoBundesanstaltLogoPTbleLogoHS Osnabrück                     LogoISIP